Von "Skills" und "mehr Talent" ist oft die Rede bei den Head Coaches der bet-at-home ICE Hockey League wenn sich die Saison in den Play offs zuspitzt. Auch bei einem prickelnden Play-off-Duell spricht man darüber und vom Underdog – den Bulldogs aus Dornbirn – und dem Favoriten – den Red Bulls aus Salzburg.

Stellt man nun die “Experience“ des Red-Bull-Ensembles aus der Mozartstadt den biederen Handwerkern aus der Messestadt gegenüber, so müsste das Viertelfinalduell eigentlich recht schnell erledigt sein – allerdings zugunsten des achtfachen Meisters aus Salzburg, der heuer mit einem nationalen Titel die legendären Vorarlberger aus Feldkirch einholen könnte. Während die Eisbullen fünf Ex-NHL-Cracks mit insgesamt 691 absolvierten NHL-Partien (128 Punkte) oder Cracks mit 644 Spielen in den höchsten Ligen Schwedens, Finnlands oder Russlands oder 1652 Spielen in der nordamerikanischen AHL aufweisen können, schaut es bei den Bulldogs etwas bescheidener aus. Immerhin ein DEC-Crack kann 18 NHL-Einsätze vorweisen (Langzeitcrack Olivier Magnan), ansonsten stehen mit 1043 überraschend mehr SHL, Liiga und KHL-Spiele zu Buche als bei den Eisbullen! Auch in der AHL können DEC-Spieler immerhin 966 games played ausweisen.

Kadernachrüstungen

Eine noch deutlichere Sprache bezüglich unterschiedlicher Möglichkeiten und Voraussetzungen sprechen die „Kader-Nachrüstungen“ während der laufenden Saison. Während die sportliche Führung bei den Bulldogs lediglich mit drei „Ersatzeinstellungen“ im Jänner für die nach Nordamerika zurückgekehrten Brosseau, Kaldis und Marody (aus der Edmonton Oilers-Organisation) reagieren mussten und mit Anthony Luciani (zuletzt Znojmo), Saku Salmela und Vitalijs Pavlovs (aus den zweiten Ligen Finnlands und Lettlands) ein gutes aber auch kostenschonendes Händchen zeigten, konnten die Verantwortlichen bei den Red Bulls seit Oktober mit sechs Top-Cracks nachrüsten. Man leistete sich kurz vor den Play offs sogar den Luxus, zwei österreichische Nationalspieler (Viveiros, Jakubitzka) abzumelden und durch starke Legionäre zu ersetzen. Zwischenzeitlich wurden auch noch JJ Peterka (Star bei der U20-A-WM und inzwischen von den Buffalo Sabres gedraftet) und Justin Schütz von RB München ausgeliehen.

Ausblick

Alles andere als ein Aufstieg der roten Bullen wäre also eine Sensation – auch wenn die Dornbirn Bulldogs „wieder einmal“ in der Serie mit 2:0 in Führung gingen und nun die Serie wie gewohnt „zu kippen“ droht. Anders als in früheren Jahren wirkt allerdings das Spiel der Salzburger gegen die Vorarlberger nicht mehr so gefestigt und überzeugend, was gerade im Spiel „fünf gegen fünf“ ersichtlich ist. Im Gegenteil scheinen die frechen und munter drauf los spielenden Underdogs aus dem Ländle in diesem Jahr erstmals eine realistische Chance auf den historischen Halbfinal-Einzug zu haben.


bet-at-home ICE Hockey League – Viertelfinale, Spiel 4
Freitag, 19.03.2021, 19:15 Uhr
Dornbirn Bulldogs – EC Red Bull Salzburg
Dornbirner Messestadion
weltweiter PPV-Livestream: https://live.ice.hockey
Bulldogs-Lieferservice via offizieller Fan-App: https://www.bulldogs.hockey