Können die Dornbirn Bulldogs am Dienstag ein siebtes Spiel erzwingen? Nach der 0:1-Niederlage am Sonntag in Salzburg stehen die Bulldogs nun mit dem Rücken zur Wand. Entweder gelingt der Serienausgleich zum 3:3 oder das Halbfinale bleibt ein unerfüllter Traum.

Die letzten fünf Spiele in der Analyse

Beim Vergleich der Scorer liegt Anthony Luciani mit sensationellen sieben Punkten (4 Tore, 3 Assist) vor den Stürmern der Red Bulls – hier führt Austin Ortega (3 Tore – 5 Punkte) die Scorerliste an. Und dies obwohl Luciani zuletzt beim Spiel in Salzburg komplett von der Hochkofler-Linie aus dem Spiel genommen werden konnte. Davor scorte der Bulldogs-Torgarant jedoch in jedem Spiel. Bei den Eisbullen konnten neben dem "Hattrick-Ortega" lediglich die Österreicher Mario Huber, Alexander Rauchenwald und Florian Baltram mehr als einen Treffer erzielen. Bei den Topscorern der Eisbullen – Rick Schofield, John Hughes und Thomas Raffl – schaut es dafür mager aus, diese wurden von den Suikkanen-Cracks im Viertelfinale bislang sehr gut neutralisiert. Interessant dass die DEC-Verteidiger Nilsson und MacKenzie in der PO-Scorer-Wertung mit vier Punkten gleich hinter Luciani aufscheinen. Überraschend stark präsentierte sich bislang auch Daniel Woger (3 Tore) als Play-off-Guy mit den zweitmeisten erzielten Toren. Bei den special Teams in Über- und Unterzahl hat Dornbirn beim in der Zwischenrunde zuletzt starken Powerplay etwas eingebüßt und liegt bei 12,5 %. Beim Penalty-Killing ist der DEC mit 82,6% top (Platz 3 in der ICE), aber die Liga-Top-Mannschaft ist hier Salzburg mit 86,3%. Beim Powerplay sind die Red Bulls mit 17,4% auch besser. Beim Goaltending weist die Statistik überraschend bessere Werte für die Bulldogs-Goalies Oskar Östlund und Thomas Höneckl aus als für RBS-Keeper JP Lamoureux!

Taktischen Umstellungen der Coaches

Nach dem deutlichen 0:2-Serie-Rückstand musste Bullen-Coach Matt McIlvane reagieren und krempelte seine Angriffslinien komplett um. Die im Grunddurchgang so erfolgreiche Paradelinie um Skille/Schofield/Raffl wurde auseinandergerissen. Die Center Schofield und Rauchenwald, der zu Skille und Raffl rückte, wurden getauscht, sowie die Flügel Baltram und Mario Huber der Linien 2 und 3. Für Jungspund Tim Harnisch kam der robustere Paul Huber ins Line-Up. Zu ihm in die vierte Angriffslinie rückte gar John Hughes zurück, wohl um dem Line-Up mehr Tiefe zu geben. Generell können die Red Bulls aus einem riesigen Spielerreservat schöpfen, so waren beim letzten Sieg nicht weniger als 14 (!) Cracks (Harnisch, Lutz, Jakubitzka, Feldner, Wimmer, Thaler, Predan, Zündel, Stapelfeld, Maier, Zitz, Rattensberger, Leonhardt, Rebernig) nicht im Kader, die heuer schon zu vielen ICE-Einsätzen gekommen sind! Spieler um die man bei einigen anderen ICE-Klubs wohl froh wäre. Beim DEC stehen diese Möglichkeiten Kai Suikkanen leider nicht zur Verfügung. Da richten sich die Linienzusammenstellung rein nach Ausfällen. Gerade die Sperre von Rapuzzi (Spiel 3) und die Ausfälle von Romig und Kokkila können bei den Vorarlbergern nicht kompensiert werden.

Man muss also kreativ sein im Ländle und darf gespannt sein, was sich Bulldogs-Headcoach Kai Suikkanen für Spiel 6 noch einfallen lässt, um in der Serie auszugleichen und ein alles entscheidendes Spiel 7 am Freitag in Salzburg zu erzwingen.


bet-at-home ICE Hockey League – Viertelfinale, Spiel 6
Dienstag, 23.03.2021, 19:30 Uhr
Dornbirn Bulldogs – EC Red Bull Salzburg
Dornbirner Messestadion
TV-Übertragungen: sky Sport Austria (in Österreich) & Puls24 (weltweit puls24.at/ice)
Bulldogs-Lieferservice via FanApp: www.bulldogs.hockey