Die Dornbirn Bulldogs ziehen sich mit Ende der aktuellen Saison nach zehn Jahren aus der höchsten Spielklasse, der win2day ICE Hockey League, zurück. Das ökonomische Umfeld und die zu erwartenden Rahmenbedingungen machen, nach Angaben des Vereins, eine langfristige, solide Planung nahezu unmöglich.

Nach reiflichen Überlegungen hat sich der Dornbirner Eishockey Club entschieden, den Profibetrieb in der win2day ICE Hockey League, einzustellen. Kutzer, der seit 2007 an der Vereinsspitze agiert, begründet den Ausstieg: „Wir müssen uns schweren Herzens aus der win2day ICE Hockey League zurückziehen, solange es unserem Verein wirtschaftlich gut geht. In den nächsten Jahren konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen, die Nachwuchsförderung und die Akademie. Damit geben wir rund 220 Nachwuchstalenten die Möglichkeit, ihrer Leidenschaft und dem Traum von einer Eishockey-Karriere nachzugehen – was wiederum das Fundament für zukünftige Entscheidungen bilden wird.“ Nach Möglichkeit will der Dornbirner Verein die bestehende Struktur beibehalten. Geplant ist, dass die Kampfmannschaft in der nächsten Saison in zweiter Liga antreten wird.

Regionale Verschlechterung der Rahmenbedingungen

In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen im sportlichen Bereich für den Verein massiv verändert. Den Spielbetrieb für die Profi-Mannschaft aufrecht zu erhalten, ist laut Bulldogs aufwendig und kostspielig. Für einen internationalen Profibetrieb sei es mit sehr vielen Nachteilen verbunden, Vorarlberg als Homebase zu haben. Das sei zwar immer klar gewesen – gerade was die geografische Lage anbelangt, aber nun hätten sich im Laufe der Jahre noch andere Faktoren weiter verschlechtert: „Im Vergleich zu anderen Teams in unserer Liga, die in Ungarn, Slowenien, Tschechien, Italien, der Slowakei und im Osten und Süden Österreichs beheimatet sind, haben wir nicht nur viel höhere Reisekosten für Auswärtsspiele, auch die Lebenserhaltungskosten sind dramatisch in die Höhe geschossen.Zudem verstärken die COVID-19-Situation unddie aktuellen Inflationstendenzen dieses Bild und machen ein vernünftiges Wirtschaften und Haushalten noch schwieriger. Eine Entspannung ist in den nächsten Monaten nicht sichtbar. Wir sehen das als zu hohes Risiko, all diese Variablen wirtschaftlich vernünftig abzubilden. Aktuell geht es unserem Verein gut. Darum setzen wir lieber heute diesen Schritt als zu spät mit Schulden“, sagt Kutzer nachdenklich. Um die Vertragsspieler macht sich der Manager keine Sorgen: „Die meisten werden weiterhin bei uns und unseren Partnern spielen. Wir sind überzeugt, dass wir jene Spieler, die eine Veränderung wollen, rasch bei anderen Teams unter Vertrag bekommen. Sie erfüllen alle sportlichen und menschlichen Anforderungen, die es für den Spitzensport braucht.“

15 Jahre Erfolgsgeschichte

In den letzten Jahren hat sich der Dornbirner Eishockey Club auf allen Ebenen professionalisiert. Unter anderem wurden professionelle Trainingsstrukturen geschaffen oder fachkundige Trainer*innen und Betreuer*innen eingestellt, auch für den Nachwuchsbetrieb. Einzig eine zweite Eisfläche zum Trainieren konnte der Verein, als einziger ICE Hockey League Teilnehmer, nicht zur Umsetzung bringen. Außerdem hat das Team rund um Alexander Kutzer mit großem Eifer und Leidenschaft an der Nachwuchsförderung und der dazugehörigen Akademie gearbeitet. Viele Nachwuchsspieler*innen, die bei den Bulldogs ihre Ausbildung absolviert und erste Erfahrungen gesammelt haben, spielen heute unter anderem für die österreichische Nationalmannschaft oder für andere internationale Top-Clubs.

Alexander Kutzer agiert seit 2007 an der Vereinsspitze. (Fotos: CDM/Margotti)

Der Dornbirner Eishockey Club wird weiterhin von den Sponsoren unterstützt. „Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Sponsoren, Gönner*innen und Mitarbeiter*innen für die exzellente Zusammenarbeit und deren Einsatz in den vergangenen Jahren bedanken. Sie haben unserem Verein viel ermöglicht. Wir werden in den kommenden Tagen auf alle Partner*innen und Gönner*innen zugehen. Erste Gespräche mit einzelnen Hauptsponsoren laufen bereits“, führt Alexander Kutzer weiter aus und ergänzt: „Mit unserem Rückzug blicken wir auch in die Zukunft: Wir gehen jetzt vielleicht einen Schritt zurück, behalten aber die erste Liga stets im Hinterkopf." Auch von einem gemeinsamen Weg in Vorarlberg ist Kutzer weiterhin überzeugt: "Wenn ein Team Vorarlberg auf breiter Basis umfänglich umgesetzt werden kann, wäre Spitzeneishockey in Vorarlberg längerfristig und auf höherem Niveau möglich."