Bulldogs Head Coach Kai Suikkanen stand Rede und Antwort. Nach der Saison ist vor der Saison - Suikkanen, der auch in der kommenden Saison an der Bande der Dornbirner stehen wird, gibt sein Fazit nach einer sehr ungewöhnlichen und schwierigen Saison.

Frage: Rückblickend ist die größte positive Überraschung wahrscheinlich jene, dass wir sagen können: Wow, wir haben eine Eishockey-Saison erlebt. Wie hoch war der Preis, der dafür bezahlt werden musste? Eine ungewisse Planung, eine ungewisse Durchführung. Sicherheitskonzepte und Teststrategien zu einer Zeit, als diese noch nicht so gängig wie jetzt waren.

Alles in allem haben wir überlebt - nicht nur wir, sondern die ganze Liga. Wir haben die gesamte Saison gespielt. Es waren viele Punkte über das Jahr verteilt, die nicht so gut waren - die ganze Situation mit der Frage, werden wird überhaupt spielen, dann im September die Frage, wann geht es los, dann Ende Oktober gab es viele Ausfälle in allen Teams, Spieler waren krank, andere Spieler waren in Quarantäne - da habe ich mir gedacht, jetzt geht es nicht mehr weiter, das ist das Ende dieser Saison. Dann hat die Liga entschieden, ein Break zu machen und ich glaube, dass dieses Break sehr geholfen hat. Nach einer kurzen Pause ging es weiter. Wir hatten bei jedem Eintritt in die Halle einen Temperaturcheck, teilweise dreimal die Woche einen Coronatest - wir haben auf alles geachtet - aber nach wie vor muss ich sagen, der Virus ist crazy - du kannst ihn jederzeit und überall bekommen. Aber wir sind sehr froh, dass wir die Saison gespielt haben, auch für die Fans, die leider nicht in die Hallen kommen konnte, aber durch die verschiedenen Streamingangebote doch teilhaben konnten. Wir mussten auch immer alles sehr kurzfristig entscheiden, keiner wusste und weiß was kommt, in einem Monat oder in zwei Monaten, dieser Virus ist unberechenbar.


Frage: Als nach einem durchschnittlichen und für alle Teams schwierigen Saisonstart im Januar die Edmonton Oilers-Leihgaben erfolgreich ersetzt werden konnten und auch die vielleicht einzige Schwachstelle, das Powerplay, in Schwung kam, war der Hunger groß. Waren ihre Erwartungen höher als der Ergebnis am Ende?

Der Beginn der Saison war hart, unser Team war nicht bereit. Wir hatten viele neue Spieler und das war mit sehr sehr vielen Schwierigkeiten wie Arbeitserlaubnis, Anreise, Quarantäne usw. verbunden. Wir hatten in dieser Saison eigentlich keine Vorbereitung zusammen. In den ersten zehn Spielen haben wir elf Punkte gemacht, das war unsere schlechteste Phase über die Saison gesehen, aber dann ist das Team zusammengewachsen, wir hatten mehr Trainings zusammen und alle haben verstanden wie wir spielen wollten. Aber ich denke, alle Teams haben irgendwann einmal Probleme, einige etwas Größere und andere etwas Kleinere. Wir wussten, dass wenn die AHL (Anm. American Hockey League) wieder zu spielen beginnt, dass wir dann die Leihspieler der Edmonton Oilers verlieren werden. Anfang der Saison haben wir gedacht, dass Cooper Marody der beste Import der Liga sein wird. Aber leider fiel er dann ja im ersten Drittel des ersten Spieles aus und hat somit nur 10 Minuten für uns gespielt. Das war wirklich sehr enttäuschend. Und wenn man jetzt schaut - er führt in der AHL mit den meisten Punkte und den meisten Toren. Es war für uns natürlich schwer Ersatz für diese Spieler zu finden. Es ist immer schwer zu dieser Zeit in der Saison, oft haben die Spieler dann die ganze Saison überhaupt nicht gespielt und brauchen natürlich Zeit um dann wieder in den Spielrhythmus zu kommen. Bezüglich dem Powerplay: da wussten wir, dass das mit der Zeit besser werden würde. Das Powerplay hat sich im Laufe der Saison extrem verbessert, das ist wirklich unglaublich. In den Play offs hat es dann leider nicht mehr so gut funktioniert, aber man muss dies auch immer im Vergleich mit dem Gegner sehen und Red Bull Salzburg hatte über die ganze Saison ein sehr sehr gutes Penaltykilling. Bezüglich der Erwartungen kann ich sagen, dass wenn mir jemand im September gesagt hätte, dass wir die Regular Season auf dem sechsten Platz beenden werden und dann im Viertelfinale gegen Red Bull Salzburg mit 2:4 ausscheiden, dann hätte ich das auf jeden Fall genommen - ganz sicher. Aber natürlich, wenn man während der Saison immer besser und besser wird, dann wird man auch hungrig und man will immer mehr. Aber insgesamt muss man realistisch bleiben. Alles in allem würde ich sagen wir hatten eine gute Saison, keine hervorragende, denn dann würden wir noch immer spielen. Ich freue mich für das Team, wir können zufrieden sein, müssen aber auch hungrig sein und mehr wollen. Man baut Organisationen nicht von heute auf morgen - man ist nicht heuer als Team auf dem letzten Platz und dann in der nächsten Saison auf dem ersten. Das geht alles nur schrittweise. Auf jeden Fall sind wir hungrig auf die nächste Saison.