Die Dornbirn Bulldogs haben eine wahrlich herausfordernde Saison hinter sich, aber dennoch die wahrscheinlich beste Saison in der Klubgeschichte gespielt.

Im Viertelfinale waren die Bulldogs mit dem EC Red Bull Salzburg auf Augenhöhe, lediglich Kleinigkeiten entschieden über den Ausgang der engen Serie. Nach den „Großen“ Rekordmeister KAC, Vienna Capitals und RB Salzburg stellte der DEC das viertbeste österreichische Team! Noch vor ehemaligen Eishockeyhochburgen wie VSV, Linz, Innsbruck oder Graz.

Kaderzusammenstellung

Aufgrund der nie klaren politischen Rahmenbedingungen, war es für General Manager Alexander Kutzer und seine Mitstreiter sehr schwer, ein Team zusammenzustellen – geschweige die Dinge rundherum zu planen, angefangen von Sicherheitskonzepten, Zuschauerkapazitäten, Ticketing, Catering und, und, und. Die Vorarlberger spielten dann immerhin auch gezählte drei Mal vor 259 zugelassenen Zuschauern. Das ergibt bei 28 Heimspielen einen minus Schnitt von 27 Fans pro Spiel. Auf Dauer wird das wohl nicht machbar sein. Wenn auch an allen Fronten aus vielen Nöten einfallsreiche Tugenden gemacht wurden. Ein Streaming-Ticket-Angebot und der einzigartige Bulldogs-Lieferdienst während der Heimspiele kann die Zuschauerausfälle nicht kompensieren.

Saisonverlauf

Der Saisonstart war dementsprechend auch ziemlich „durchwachsen“, sind doch manche Spieler wie auch Head Coach Kai Suikkanen erst sehr spät zum Team gestoßen. Es ergaben sich aber auch ungeahnte Möglichkeiten, interessante Spieler zu verpflichten – wie Cooper Marody (verletzungsbedingt leider nur ein Meisterschaftsspiel), Yannis Kaldis und Devin Brosseau aus der Organisation der Edmonton Oilers. Diese wurden aber Ende Jänner (weit später als zunächst gedacht) nach Nordamerika zurückbeordert und bestens durch Anthony Luciani, Saku Salmela und Vitalijs Pavlovs ersetzt. Die Bulldogs wurden ansonsten von längeren Verletzungen mehr verschont, als in vergangenen Jahren und nahmen auch keinen sonstigen Legionärstausch vor. Sie kamen im Laufe der Saison immer besser in Fahrt und hatten durchaus Chancen auf den fünften Tabellenplatz nach dem Grunddurchgang, der die fixe Play-off-Qualifikation bedeutet hätte. Die Qualifikationsrunde wurde dann schließlich gewonnen und man sicherte sich ungefährdet die Teilnahme an der Post-Season. Wieder einmal pickten die Eisbullen aus Salzburg ihren „Lieblingsgegner“ aus Dornbirn, was diesmal aber beinahe „in die Hose gegangen wäre.“ Auch wenn die Bulldogs nach einer 2:0-Serienführung wieder die Segel streichen mussten, waren die Teams noch nie so auf Augenhöhe. Kleinigkeiten machten schlussendlich den Unterschied aus.

Stats

Topscorer war in dieser Spielzeit einmal mehr William Rapuzzi mit 50 Punkten (20 Tore, 30 Assists) in 48 Spielen, knapp gefolgt von Andrew Yogan mit 48 Punkten (20T, 28A). Die Paradelinie wurde aber erst im Jänner durch den Zuzug von Anthony Luciani (24 Punkte in 14 Spielen!) so richtig komplett und sorgte für Erfolg. Aber auch alle anderen Legionäre wie Nikita Jevpalovs (15 Tore / 37 Punkte), die Defender Henrik Nilsson, Matt MacKenzie und Co überzeugten! Um den etablierten Österreicher-Stamm um Stefan Häußle, Kevin Macierzynski, Emilio Romig, Daniel Woger, Ramòn Schnetzer, Sam Antonitsch beneiden den DEC inzwischen schon einige Klubs aus der bet-at-home ICE Hockey League. Aber auch Jungspunde wie Simeon Schwinger, Yannik Fröwis machten riesige Fortschritte und wurden zu Stammspielern. Erstmals war Dornbirn auch auf der Torhüterposition mit Oskar Östlund und Thomas Höneckl mit zwei Keepern gleichwertig und sehr gut besetzt und hatte kaum Ausfälle zu verzeichnen. Die beiden konnten sich gerade im Play-off mit einem JP Lamoureux auf Augenhöhe bewegen!

Fotos: CDM/Blende47

Fazit

Gerade eine gute Saison weckt natürlich Begehrlichkeiten nach erfolgreichen Spielern. Dies wird die Sache für die Verantwortlichen gepaart mit weiterhin immer noch unklaren Rahmenbedingungen auch diesen Sommer nicht einfacher machen. Erfreulich, Erfolgstrainer Kai Suikkanen hat noch Vertrag und ist weiter mit an Bord! Abschließend festzuhalten ist: Die bislang schwierigste aber auch sportlich erfolgreichste Saison liegt hinter den Dornbirn Bulldogs!