Gestern gewann der EC Red Bull Salzburg in der bet-at-home ICE Hockey League Viertelfinalserie gegen die Dornbirn Bulldogs mit 4:1. Was ist in der Eisarena Salzburg geschehen?

Nüchtern betrachtet, nicht viel. Dem Favoriten aus Salzburg gelang es nach zwei Niederlagen ein Spiel gegen den Underdog Dornbirn zu gewinnen. Erstmals gelang den Bullen ein Treffer bei fünf gegen fünf Feldspielern. 144 Spielminuten und 30 Sekunden lang, abzüglich der Powerplay-Situationen, ließen die Bulldogs gegen Salzburg bei numerischer Gleichzahl nichts zu. Der 20-jährige Deutsche Filip Varejcka beendete diese eindrucksvolle Torsperre.

Am vergangenen Freitag, unmittelbar vor dem Viertelfinalauftakt, hätten wohl nur die wenigsten Dornbirn-Fans geglaubt, dass die Bulldogs zwei der ersten drei Spielen gegen Salzburg gewinnen werden. Die gestrige Niederlage ist kein Rückschlag. Hätte man in den vier Überzahlminuten zu Beginn der Partie JP Lamoureux einen Treffer eingeschenkt, wäre die Partie wohl anders verlaufen. „Hättiwari“-Geschichten sind grundsätzlich irrelevant, doch wer nach der 2:0-Serienführung davon ausging, Dornbirn werde Salzburg sweepen, der verfiel wohl sowieso dem Übermut.

Exemplarisch für den Siegeswillen dieser Bulldogs kann wohl Simeon Schwinger genannt werden. Der 23-jährige Dornbirner spielt seine ersten Play-offs in der höchsten Spielklasse, zeigt vollen Einsatz und blockte gestern kurz vor der ersten Pausensirene einen Schuss der Bullen. Vor Schmerz windend blieb Schwinger liegen. Nur mit Hilfe seiner Mitspieler konnte Dornbirns Nummer 16 das Eis verlassen. Der Teufelskerl wurde in der Pause vom medizinischen Staff in der Halle versorgt, biss auf die Zähne und stürmte auch in Drittel zwei und drei neben Macierzynski und Häußle.

Summa summarum gelang es den Bulldogs, die im Viertelfinale wohlgemerkt noch nie in Bestbesetzung antreten konnten, zwei von drei Spielen gegen Red Bull Salzburg zu gewinnen. Man kann es den Eishockeyfans nur ans Herz legen, die Play-offs zu genießen und gespannt auf die kommenden Tage zu blicken. Zwei Clips gingen am Dienstag nach Spielende ins Player Safety Review. Ob das Department of Player Safety Sanktionen verhängt, verrät die Berichterstattung unter ice.hockey in den heutigen Abendstunden.